Auch ohne Methusalem-Gene fast unsterblich. Das Geheimnis der langen Jugend : Spermidin im Blut der Nacktmull nimmt im Alter nicht ab, sondern zu

Das Geheimnis der langen Jugend

Der Nacktmull (Heterocephalus glaber) ist ein mausähnliches Nagetier, das in den Halbwüsten Ostafrikas heimisch ist – vorzugsweise in riesigen unterirdischen Bauten. Die unterirdischen Kolonien können bis zu 300 Tiere zählen. Den geringen Sauerstoffgehalt in den Höhlen kompensieren Nacktmulle vor allem mit ihrem Hämoglobin, das besonders effektiv Sauerstoff ins Blut aufnehmen kann.

Außerdem haben sie eine sehr niedrige Atemfrequenz. Steht gar kein Sauerstoff zur Verfügung, fallen sie in eine Art Starre. Der Nacktmull fährt seinen Puls herunter, im Blut werden Zuckerarten freigesetzt, die Hirn und Herz versorgen.

In diesem Zustand kann er bis zu 18 Minuten ohne Sauerstoff überleben. Sobald die Nacktmull wieder Luft zum Atmen hat, wird der Kreislauf wieder in Gang gebracht und der Nager ist wieder fit.

Auch den stark schwankenden Temperaturen in ihrem Lebensraum haben Nacktmulle einiges entgegenzusetzen: sie können ihre Körpertemperatur zwischen zwölf und 32 Grad Celsius variieren.

Nacktmulle trinken nicht. Flüssigkeit nehmen sie nur über die Nahrung auf, die hauptsächlich aus fasrigen Pflanzenknollen besteht.

Ihre Lebenserwartung ist enorm: Sie leben mindestens 10-mal länger (30-40 Jahre). Zum Vergleich: Hamster, die etwas gleich groß sind, werden im Schnitt nur zwei Jahre alt.

Nacktmulle sind fruchtbar bis zum Lebensende.

Das Geheimnis der langen Jugend: Ihre Zellen altern viel langsamer als die anderen Säugetiere.

Dieser Eigenschaft verdanken sie es auch, dass die kleinen Nager keine Krebserkrankungen bekommen können.

Eine Hypothese bestätigte sich, dass die mit Langlebigkeit verbundenen Stoffwechselveränderungen bei der Nacktmull mit einer bestimmten Darmflora in Zusammenhang steht.

 

Abb. Bacillus megaterium ist das größte bekannte Bakterium und ist im Darm der Nacktmull (Heterocephalus glaber) für die Spermidin-Biosynthese verantwortlich.

 

 

Ihr Eduard Rappold

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Epigenetik und Gesundheit

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Eduard Rappold ist Autor, Unternehmer und als Arzt wissenschaftlicher Vermittler im Bereich Epigenetik und Präventionsmedizin. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Frage, wie Umwelt, Verhalten und biografische Erfahrungen die Regulation unserer Gene beeinflussen – und welche Konsequenzen sich daraus für Gesundheit, Alterungsprozesse und chronische Erkrankungen ergeben. Sein Ansatz verbindet: aktuelle Erkenntnisse der Epigenetik neurobiologische Stressforschung mitochondriale und metabolische Regulation präventive und lebensstilbasierte Medizin Als Betreiber der Plattform epigenetik.at macht er komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge für ein breites Publikum zugänglich. Dabei liegt der Fokus auf einer klaren, verständlichen Darstellung ohne Vereinfachung der Inhalte. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Rolle von chronischem Stress als zentralem biologischen Faktor für Dysregulation, beschleunigtes Altern und Krankheitsentstehung. Eduard Rappold ist zudem Co-Autor einer wissenschaftlichen Studie zur Rolle von Antioxidantien und genetischen Faktoren bei neurodegenerativen Erkrankungen, insbesondere Alzheimer.