Angst und Epigenetik

 

“Die Grundbefindlichkeit des Menschen ist die Angst! ” (Martin Heidegger)

Angst ist eine unangenehme Emotion, die das Vermeiden potenziell schädlicher Situationen motiviert.

Angsterkrankungen zählen gemeinsam mit Depressionen zu den häufigsten Erkrankungen auf dem Gebiet der Psychiatrie. Die Komorbiditäten bei Angststörungen, meist mit Depression, aber auch mit einer bipolaren Störung (BA) verbunden, sind mit bis zu 60 Prozent in der Literatur angegeben.

Während vor etwa 30 Jahren lediglich zwischen Angstneurosen und Phobien unterschieden wurde, finden sich nun in der Fachliteratur Unterscheidungen wie z.B. spezifische Phobie, soziale Phobie, Panikstörung mit/ohne Agoraphobie, generalisierte Angsterkrankung, posttraumatische Belastungsstörung sowie Zwangsstörung.

Angst und Furcht sind – auch im Sinne der evolutionären Neurobiologie – ein sinnvolles und notwendiges affektives Erregungsmuster. In der vom Physiologen Walter Cannon erstbeschriebenen „Kampf- oder Flucht-Reaktion“ erscheint diese affektive Erregung als physiologische Stressreaktion, die eine schnelle Anpassung eines Individuums an Gefahrensituationen ermöglicht. Stress erhöht den Dopaminspiegel im mPFC, Striatum und Nucleus accumbens

In der neuesten Ausgabe des US-amerikanischen Diagnoseschemas (DSM-5) wird zwischen Furcht als „emotionale Reaktion auf eine reale oder wahrgenommene unmittelbar bevorstehende Bedrohung“ und Angst als „Antizipation zukünftiger Bedrohung“ unterschieden.

Dem Konzept der Angst als „Antizipation zukünftiger Bedrohung“ widerspricht, dass das präsymbolische Kind für Angstgefühle keine Erklärungen hat. Ein Ereignis zu antizipieren, es in Betracht zu ziehen, dass ein Ereignis eintreten kann, wird erst nach dem Erwerb der Symbolfunktion, mit etwa zwölf bis achtzehn Monaten, möglich. Angstempfindungen davor bleiben inhaltlich unbestimmte Ängste und auch im späteren Leben irrational-wahrgenommene Ängste, da ihr Ursprung vorbewusst ist.

Martin Dornes.  Die frühe Kindheit: Entwicklungspsychologie der ersten Lebensjahre. FISCHER Taschenbuch (1. Mai 1997)

The Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition, is the 2013 update to the Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, the taxonomic and diagnostic tool published by the American Psychiatric Association.

Biologische Grundlagen der Angststörungen

Angststörungen gelten hinsichtlich ihrer Pathogenese als multifaktorielle Erkrankungen, an deren Entstehung eine genetische Prädisposition sowie Umweltfaktoren beteiligt sind.

Die Heritabilität von Angststörungen beträgt zwischen 25 Prozent und 75 Prozent je nach spezifischer Angststörung und Studie. Linkage-, Assoziations- und genomweite Assoziationsstudien haben Gene, unter anderem aus den serotonergen, dopaminergen und noradrenergen Systemen, mit der Entstehung der Angst in Verbindung gebracht.

Angsterkrankung und Panikstörung zeigen eine signifikante DNA-Hypomethylierung des Monoaminooxidase-A- (MAO-A-) Gens

Die Epigenetik beschreibt die Veränderung der Expression verschiedener Gene durch Mechanismen wie Gen-Methylierung und Regulation der Histon-Acetylierung. Epigenetische Veränderungen einiger Gene, zum Beispiel der MAO A, wurden bei Angststörungen gezeigt. Angststörungen werden neurobiologisch im Zusammenhang mit Balancestörungen der Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, GABA und Glutamat diskutiert.

In diesem Zusammenhang können so genannte epigenetische Untersuchungen – wie z. B. des DNA-Methylierungs- oder Histon-Acetylierungsstatus relevanter Genregionen – einen weiteren Beitrag zur Aufklärung der Rolle genetischer Faktoren und deren Bezug zu Umwelteinflüssen bei der Pathogenese von Angststörungen leisten.

Spezifisch mit Blick auf Angsterkrankungen wurden bislang v. a. DNA-Methylierungsmuster bei der Posttraumatischen Belastungsstörung untersucht, wobei Gene des Immunsystems, das MAN2C1- und das 5-HTT-Gen – z. T. in Abhängigkeit von der Anzahl traumatischer Erfahrungen – differenziell methyliert gefunden wurden.

Eine erste epigenetische Pilotstudie bei Panikstörung (Domschke K. 2012) zeigte eine signifikante DNA-Hypomethylierung des Monoaminooxidase-A- (MAO-A-) Gens insbesondere bei Frauen, wobei negative Lebensereignisse mit einer Hypomethylierung, positive Lebensereignisse mit einer relativen Hypermethylierung einhergingen.

Domschke K, Tidow N, Kuithan H, et al. Monoamine oxidase A gene DNA hypomethylation – a risk factor for panic disorder? Int J Neuropsychopharmacol 2012; 15: 1217–28.

Domschke K. Praktische Bedeutung der Genetik bei Angststörungen. J Neurol Neurochir Psychiatr 2014; 15 (2): 90–5.

Zudem werden Genvarianten der Monoaminooxidase-A (MAO-A), der Serotoninrezeptoren 5-HT1A und 5-HT2A, des Serotonintransporters, des Noradrenalintransporters und der Catechol-O-Methyltransferase Bedeutung zugeschrieben. Auch nicht monoaminerge Gene, zum Beispiel aus dem GABA-ergen System, Gene der HPA-Achse, und Varianten des Brain Derived Neurotrophic Factors (BDNF) wurden mit der Entstehung unterschiedlicher Angststörungen in Verbindung gebracht.

Medikamentöse Strategien bei Angsterkrankungen, die diese Neurotransmittersysteme beeinflussen, sind daher auch aus neurobiologischer Sicht sinnvoll. Meditation reduziert Angststörung.

Entsprechende Hinweise zur Abstützung dieser neurobiologischen Hypothesen konnten mittlerweile durch moderne molekulare bildgebende Verfahren (z.B. Positronenemissionstomographie, PET) gewonnen werden. Zum Beispiel wurde mittels PET gezeigt, dass Patienten mit Angststörungen Veränderungen der Dichte und Verteilung des Serotonintransporters und des 5-HT1A -Rezeptors im Gehirn aufweisen. Veränderungen im GABA-ergen System wie eine veränderte Rezeptorverteilung und verminderte GABA-Konzentrationen konnten ebenfalls im Gehirn von Angstpatienten nachgewiesen werden. Letzteres wurde mittels Magnetresonanzspektroskopie nachgewiesen.

Funktionelle Bildgebungsmethoden wie die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) erlauben einen Einblick in Veränderungen der Hirnaktivität und funktioneller Verbindungen. Bei Angststörungen werden vor allem eine Hyperaktivität der Amygdala und eine Hypoaktivität präfrontaler Regionen bei der Verarbeitung emotionaler Reize diskutiert. Funktionelle Konnektivitätsstudien zeigen ebenso eine verminderte Konnektivität zwischen diesen Gehirnregionen. Diese Veränderungen werden als Beweis für die Theorie der verminderten präfrontalen Regulation (Top-down-Kontrolle) der Emotionsverarbeitung bei Angstpatienten gesehen.

Eine Trias von Hirnregionen reguliert unsere Angstreaktionen:

  • Der linke Mandelkern(Amygdala) ist das sogenannte Angstgedächtnis.
  • Der Hippocampus ist eine Hauptstruktur innerhalb des limbischen Systems, von der bekannt ist, dass sie sehr anfällig für chronisch-toxischen Stress und andere epigenetisch sich auswirkende Umweltfaktoren ist.
  • Der Präfrontalcortex fungiert als eine Art übergeordnete Instanz, die das Ereignis bewertet und das Furchtgedächtnis und damit die Furcht aktiv unterdrücken kann.

Kritisch wird es, wenn diese Hirnregionen fehlreguliert werden. Zum Beispiel zeigen Traumapatienten hyperaktive Antworten der Amygdala bei gleichzeitig reduzierter Aktivität im Präfrontalcortex. Die hieraus resultierende Dysbalance der Hirntrias geht mit extremen Furchtreaktionen einher.

Smith AK, Conneely KN, Kilaru V, et al. Differential immune system DNA methylation and cytokine regulation in post-traumatic stress disorder. Am J Med Genet B Neuropsychiatr Genet 2011; 156B: 700–8.

Uddin M, Aiello AE, Wildman DE, et al. Epigenetic and immune function profiles associated with posttraumatic stress disorder. Proc Natl Acad Sci USA 2010; 107: 9470–5.

Koenen KC, Uddin M, Chang SC, et al. SLC6A4 methylation modifies the effect of the number of traumatic events on risk for posttraumatic stress disorder. Depress Anxiety 2011; 28: 639–47.

Uddin M, Galea S, Chang SC, et al. Gene expression and methylation signatures of MAN2C1 are associated with PTSD. Dis Markers 2011; 30: 111–21.

Posttraumatische Belastungsstörung und erhöhte MAOB-Expression

Ein Trauma ist ein äußeres Ereignis, das bei den Betroffenen das Gefühl einer überwältigenden Bedrohung und Katastrophe vermittelt und Todesangst, Panik, Ohnmacht und Hilflosigkeit auslöst.

Eine akute Traumaexposition geht mit einer psychischen und psychosomatischen Erschütterung einher, von der sich aber in der Regel die meisten Menschen innerhalb absehbarer Zeit wieder gut erholen. Bei manchen traumatisierten Personen können in der Folge jedoch zahlreiche psychische Störungen  auftreten.

Die Aktivierung des adrenergen Systems hat auf den Ebenen des zentralen und peripheren Nervensystems erhebliche Auswirkungen. Es werden Orientierungs-, Schreckreaktionen und selektive Aufmerksamkeitsprozesse ausgelöst. Es kommt zur Aktivierung des Locus coeruleus, mit Ausschüttung von Noradrenalin über verschiedene Hirnregionen. Die Aktivierung der Mandelkernregion wird verstärkt. Die Entstehung von Angstgefühlen ist im Mandelkern verankert.

Literaturangaben sind auf Anfrage erhältlich.

Ihr

Eduard Rappold

 

S-Adenosyl-L-Methionin (Ademetionin) ist eines das am weitesten verbreitete kleine Biomolekül. Es kommt in prokaryotischen und eukaryotischen Zellen vor und ist an ähnlich vielen metabolischen Vorgängen beteiligt wie Adenosintriphosphat (ATP, Geller et al., 1997).

In lebenden Zellen wird das natürliche S-Adenosyl-L-Methionin ((S)-Epimer) aus L-Methionin und ATP durch Methioninadenosyltransferase (MAT) synthetisiert.

Nur das (S)-Epimer ist für enzymkatalysierte Gruppenübertragungsreaktionen relevant. Das (R)-Epimer kann sogar inhibierende Wirkung auf einige Methyltransferasen haben (Borchardt et al., 1976). Achten Sie bei ihrem Einkauf darauf!

 

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Ademetionin liegt in seiner biologisch aktiven (S,S) Form in präventiver Dosierung von 400 mg pro Kapsel vor.

Ademetionin ist der singuläre Methylgruppendonor  bei der Transmethylierung an die Erbsubstanz (DNA + Histone).

 

 

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Dr. Eduard Rappold, MSc ist ein erfahrener Forscher und Arzt, der sich seit Jahrzehnten für geriatrische PatientInnen einsetzt. In seinem Bemühen für Alzheimer-Erkrankte eine immer bessere Versorgung zu ermöglichen, wurde er 2003 mit dem Gesundheitspreis der Stadt Wien für das Ernährungszustandsmonitoring von Alzheimer-Kranken ausgezeichnet. Im Zuge seines Masterstudiums der Geriatrie hat er seine Entwicklung des Epigenetic Brain Protector wissenschaftlich fundiert und empirisch überprüft. Im September 2015 gründete er NUGENIS, ein Unternehmen, mit dem er Wissenschaft und Anwendung zusammenbringen möchte. Damit können Menschen unmittelbar von den Ergebnissen der Angewandten Epigenetik für ihre Gesundheit profitieren. Mit dem Epigenetic Brain Protector hat Dr. Eduard Rappold, MSc bereits für internationales Aufsehen gesorgt – auf der international wichtigsten Innovationsmesse, der iENA, wurde er 2015 mit einer Goldmedaille für hervorragende Leistungen zum Schutz vor Neurodegeneration ausgezeichnet. Auf den Webseiten epigenetik.at und facebook.com/nugenis können Themen zur Epigenetik und Aktuelles nachgelesen werden.