„Wahrheit“ ist die „Realität“ und das Bewusstsein schaltet die „Wirklichkeit“

Zunächst gilt es Wahrheit und Wirklichkeit auseinander zu halten, zwei Begriffe,
die alltagssprachlich oft synonym verwandt werden.

Die Griechen verstanden das, was wir das Wahre nennen, als das ‚Un-verborgene‘, das der Verborgenheit Entrissene (A-lethea). Später, und bis heute, gilt „Wahrheit“ als bloße Richtigkeit, als Übereinstimmung der Aussage mit der Sache (Heidegger)

Unter Wahrheit verstehen wir das Sein, die Welt an sich (Kant), die häufig mit dem Begriff „Realität“ bezeichnet wird. Eine Aussage ist wahr, realistisch beziehungsweise objektiv, wenn sie sich mit der Realität deckt, also das Objekt, auf das sie sich bezieht, widerspiegelt.

Die Wirklichkeit ist dagegen das Bild, das die Welt in dem, der sie wahrnimmt,
auslöst. Wirklichkeit ist Das, was wirkt. Also; fühlbar, sichtbar, etc. ist und in der Interaktion Wirkung hat.  Der Verständnishorizont, auf dessen Grundlage erst die Dinge in der Welt, das Seiende, sich begegnen können (Heidegger).

Die Wirklichkeit ist mit der Wahrheit nicht identisch, sie ist meine Wirklichkeit, die Welt für mich.

Es gibt also eine objektive Wahrheit, die Realität, und viele subjektive Wirklichkeiten.

 

Ihr

Eduard Rappold

 

Eduard Rappold ist Autor, Unternehmer und als Arzt wissenschaftlicher Vermittler im Bereich Epigenetik und Präventionsmedizin. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Frage, wie Umwelt, Verhalten und biografische Erfahrungen die Regulation unserer Gene beeinflussen – und welche Konsequenzen sich daraus für Gesundheit, Alterungsprozesse und chronische Erkrankungen ergeben. Sein Ansatz verbindet: aktuelle Erkenntnisse der Epigenetik neurobiologische Stressforschung mitochondriale und metabolische Regulation präventive und lebensstilbasierte Medizin Als Betreiber der Plattform epigenetik.at macht er komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge für ein breites Publikum zugänglich. Dabei liegt der Fokus auf einer klaren, verständlichen Darstellung ohne Vereinfachung der Inhalte. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Rolle von chronischem Stress als zentralem biologischen Faktor für Dysregulation, beschleunigtes Altern und Krankheitsentstehung. Eduard Rappold ist zudem Co-Autor einer wissenschaftlichen Studie zur Rolle von Antioxidantien und genetischen Faktoren bei neurodegenerativen Erkrankungen, insbesondere Alzheimer.