Denken zwischen Emotion, Sprache und Beobachtung Wie Wirklichkeit geordnet — und verfehlt wird

Das Denken erscheint als autonom.
Es gilt als:
• logisch
• kontrolliert
• unabhängig

Doch es entsteht nicht frei.

Die Rolle der Uremotionen

Uremotionen wirken vor dem Denken.
Sie bestimmen:
• Aufmerksamkeit
• Gewichtung
• Auswahl

Beispiel:
Angst richtet den Blick auf Bedrohung.
Das Denken ordnet: „Gefahr“.

Die Wirklichkeit erscheint entsprechend.

Die Vorstrukturierung

Gedanken entstehen nicht neutral.
Sie sind beeinflusst durch:
• emotionale Zustände
• Erfahrungen
• körperliche Reaktionen

Das Denken übernimmt diese Auswahl
und formt daraus Ordnung.

Die Täuschung

Die entstandene Ordnung
wird als objektiv verstanden.

Das Denken setzt:
Ordnung = Wirklichkeit

Doch die Grundlage
ist bereits gefiltert.

Gedankenlesen

Der Mensch interpretiert andere Menschen.
Er ergänzt:
• Absichten
• Motive
• Bedeutungen

Die Struktur des Gedankenlesens

Beim sogenannten Gedankenlesen
wird kein Gedanke übertragen.

Was entsteht,
ist eine Konstruktion.

Die Wahrnehmung

Der Beobachter nutzt:
• Mimik
• Blick
• Haltung
• Reaktionen

Diese Signale sind vorhanden.
Ihre Bedeutung ist nicht gegeben.

Die Ergänzung

Das Denken ergänzt:
• Absichten
• Motive
• Inhalte

Es bildet eine Hypothese.

Die sprachliche Steuerung

Durch Sprache wird Aufmerksamkeit gelenkt.

Formulierungen erzeugen:
• Erwartung
• innere Suche
• Bedeutung

Beispiel:
„Du denkst gerade an etwas Persönliches.“

Die Aussage ist offen.
Das Denken füllt sie.

Die Bestätigung

Die angesprochene Person prüft nicht neutral.
Sie sucht Übereinstimmung.

Sie findet:
• passende Erinnerungen
• passende Gedanken

Und bestätigt die Aussage.

Die Täuschung

Die Übereinstimmung
wird als Übertragung verstanden.

Das Denken setzt:
Verstehen = Zugang

Doch es gab keinen Zugang.

Die Einordnung

Gedankenlesen ist:
• Wahrnehmung
• Interpretation
• Suggestion
• Bestätigung

Es erzeugt Bedeutung,
ohne dass ein Gedanke übertragen wurde.

Die Rolle der Sprache

Sprache stabilisiert Gedanken.
Sie ermöglicht:
• Benennung
• Wiederholung
• Vergleichbarkeit

Begriffe schaffen Ordnung.

Die Reduktion

Sprache ersetzt:
• Vielfalt durch Kategorien
• Erfahrung durch Begriffe
• Prozess durch Stabilität

Beispiel:
„Glück“, „Leid“, „Erfolg“

Diese Begriffe sind verständlich.
Sie sind nicht identisch mit der Erfahrung.

Die Stabilisierung

Durch Sprache wird Ordnung fest.
Sie wirkt:
• selbstverständlich
• eindeutig
• real

Doch sie bleibt Konstruktion.

Die Praxis der Gedankenentleerung

In der buddhistischen Meditationspraxis
wird das Denken nicht verbessert.

Es wird beobachtet.

Die Beobachtung

Gedanken erscheinen:
• spontan
• flüchtig
• nicht kontrolliert

Sie entstehen
und vergehen wieder.

Die Unterbrechung

Die Praxis besteht darin,
Gedanken nicht weiterzuführen.

Sie werden:
• nicht bewertet
• nicht ergänzt
• nicht stabilisiert

Die Auflösung

Ohne Fortführung
verlieren Gedanken ihre Festigkeit.

Sie zeigen sich als:
• Ereignisse
• Prozesse
• vorübergehende Zustände

Die Verschiebung

Was zuvor als Wirklichkeit erschien,
wird erkennbar als:
• Konstruktion
• Abfolge
• Ergebnis des Denkens

Die Wirkung

Die Identifikation nimmt ab.

Gedanken sind nicht mehr:
• selbstverständlich
• notwendig
• wahr

Die Grenze

Auch in der Gedankenentleerung
verschwindet die Wirklichkeit nicht.

Sie zeigt sich:
• ohne vollständige Benennung
• ohne stabile Ordnung

Die Einordnung

Uremotionen bestimmen,
was gedacht wird.

Sprache bestimmt,
wie gedacht wird.

Interpretation ergänzt,
was nicht gegeben ist.

Meditation zeigt,
dass gedacht wird.

Schlusssatz

Das Denken ordnet Wirklichkeit.

Doch es entsteht aus Auswahl,
wird durch Sprache stabilisiert
und durch Interpretation ergänzt.

Erst in der Beobachtung wird sichtbar:
Diese Ordnung ist nicht die Wirklichkeit —
sondern ihre Form.

 

Ihr

Eduard Rappold

 

Dr. Eduard Rappold, MSc ist ein erfahrener Forscher und Arzt, der sich seit Jahrzehnten für geriatrische PatientInnen einsetzt. In seinem Bemühen für Alzheimer-Erkrankte eine immer bessere Versorgung zu ermöglichen, wurde er 2003 mit dem Gesundheitspreis der Stadt Wien für das Ernährungszustandsmonitoring von Alzheimer-Kranken ausgezeichnet. Im Zuge seines Masterstudiums der Geriatrie hat er seine Entwicklung des Epigenetic Brain Protector wissenschaftlich fundiert und empirisch überprüft. Im September 2015 gründete er NUGENIS, ein Unternehmen, mit dem er Wissenschaft und Anwendung zusammenbringen möchte. Damit können Menschen unmittelbar von den Ergebnissen der Angewandten Epigenetik für ihre Gesundheit profitieren. Mit dem Epigenetic Brain Protector hat Dr. Eduard Rappold, MSc bereits für internationales Aufsehen gesorgt – auf der international wichtigsten Innovationsmesse, der iENA, wurde er 2015 mit einer Goldmedaille für hervorragende Leistungen zum Schutz vor Neurodegeneration ausgezeichnet. Auf den Webseiten nugenis.eu, epigenetik.at, spermidine-soyup.com und facebook.com/nugenis können Themen zur Epigenetik und Aktuelles nachgelesen werden.